Geschichte Korsikas
Entdeckung Filitoas
Der Ort Filitosa
Rundweg in und durch Filitosa
Bedeutung
Die Geschichte von Korsika und seinen Menhiren
Um 7000 v. Chr. fand die erste Besiedlung der Insel von Elba aus statt. Es wurde gejagt, gefischt, wilde Früchte gesammelt und mit Herden im Frühling von der Küste ins kühlere Bergland und im Winter wieder zurückgewandert. 
Um 3500 – 1600 v. Chr. kam aus Südfrankreich die Megalithkultur, die im Hinterland des Golfs von Valinco bei Sartène entstand und sich über die ganze Insel ausbreitete. Dolmen und Menhire findet man zwischen Zonza und Levie, in Porto-Vecchio, bei Ajaccio, Sagone, Calvi und St. Florent, auf Cap Corse bei Calacuccia und Luri. Alignements, regelmäßige Reihen von Menhiren wurden um 2000 v. Chr. angelegt, zunächst mit menschlichen Formen und dann mit kriegerischen Merkmalen.
An der Ostküste landeten um 1600 – 800 v. Chr. die Torreaner, sie bauten steinerne Türme im Süden und drängten die Einheimischen ins Zentrum und in den Norden der Insel zurück.
Die Entdeckung der Stätte durch Archäologen
In den 1950er Jahren fanden Archäologen in den Hügeln des unteren Taravo-Tals im Südwesten der Insel Zeugnisse aus diesen Epochen. Das milde Klima und die fruchtbaren Böden begünstigten eine Besiedlung bis in die frühe Römerzeit hinein. 
Filitosa, die prähistorische Hauptstadt Korsikas, besitzt eine zyklopische Einfriedung, drei „Torre“-Monumente, 16 Menhirstatuen, fast 30 Fragmente von Menhiren, ein Hüttendorf und Spuren von Keramik und Waffen. Alles dies kann man in einem großen natürlichen Gelände selbst abschreiten, ein Weg zwischen den Zeiten.
Der Ort Filitosa auf Korsika
Filitosa liegt etwa 20 km nördlich des Küstenortes Propriano. Auf etwas holperigen und engen Straßen ist die Fahrt dorthin schon ein Abenteuer. Die braunen Hinweisschilder erleichtern die Auffindung und versichern einem, dass man schon auf dem richtigen Weg ist.
In der kleinen Ortschaft findet man diesen archäologischen Park sehr schnell, davor gibt es eine kleine Bar, an der man sich noch schnell stärken kann und einen kleinen Souvenir-Shop mit kleinen oder größeren Menhiren und einer Vielzahl an Postkarten. Dort erhält man auch die Eintrittskarten. 
Zur Sommerzeit zirpen die Grillen und die riesigen Orleanderbüsche heißen einen willkommen. Festes Schuhwerk sei hier angebracht, da man sich alles auf einem Weg durch felsiges Terrain in ein bis zwei Stunden ansehen kann.
Morgens und am späten Nachmittag, bei Schräglicht, ist für Fotografen die beste Zeit um auch alle Einzelheiten auf den Statuen festhalten zu können. Aber auch in der Mitte des Tages ist die Beleuchtung günstig für den Betrachter.
Der Rundweg in und durch Filitosa
Zunächst kommt man an einem kleinen Museum vorbei, das einen kleinen Abstecher lohnt, denn alle hier ausgestellten Funde stammen direkt von diesem Ort und repräsentieren die Zeit bis zu den Römern. Dort befindet sich die restaurierte Menhirstatue Scalsa-Murta.
Am Eingang erwartet Filitosa V schon die Besucher, eine fast 3 m hohe Menhirstatue ohne Kopf die vorne frontal ein Langschwert und auf der rechten Seite einen Dolch trägt. Am Rücken sind Schulterblatt und Wirbelsäule angedeutet.
Der Eingang führt durch ein Zyklopenmauerwerk, das die ovale 130 m lange und 40 m breite torreanische Siedlung umgibt. Im Osten, also rechter Hand befindet sich eine Plattform, die wohl zur Überwachung diente. Dort lehnt sich eine Rampe an die Mauer, durch die man in den grabhügelförmigen Bau, errichtet aus aufgeschichtete Steinen ohne Mörtel, eintreten kann.
Im Westen, also linker Hand, liegt das torreanische Dorf, oder das, was davon noch erhalten ist. Eindrucksvoll erhebt sich ein gewölbter Felsen, der im Neolithikum Schutz bot. Etwas weiter dahinter befinden sich die noch erhaltenen Steinfundamente der Hütten.
Im Zentrum des Dorfes befindet sich das Hauptmonument, das wohl kultischen Zwecken diente. Auch hier sind es wieder mörtellos aufgeschichtete Steine die eine Turmkuppel bildeten, die 7-8 m hoch war. In der Mitte befindet sich eine kleine Öffnung, des Weiteren Nischen und Spuren von Feuer, die wohl die Opfer- und Bestattungsrituale begleiteten.
Das ganze wurde von einem Erdwall umgeben, den heute noch eine Zyklopenmauer stützt. Bei den Ausgrabungen wurden hier 30 Menhirstatuen freigelegt, die zertrümmert wurden oder mit dem Gesicht nach unten lagen. Sechs Oberteile der Statuen hat man außerhalb des Gebäudes, jeweils 3 links und 3 rechts frontal aufgerichtet.
Es sind dies Filitosa VIII, XI, VII, IX, X, XIII und hinter dem Monument Filitosa VI. Dabei sticht Filitosa IX, die erste auf der rechten Seite, mit ihren ausgeprägten Gesichtszügen besonders hervor. Ihre Unterteile wurden in der Mauer verbaut.
Im Westen befindet sich ein weiteres Monument mit einem Durchmesser von ca. 18 m, ein Rundbau mit Kammern im Innern die kultischen Zwecken diente aufgrund von Feuerstellen oder in Zeiten der Gefahr auch als Verteidigungsanlage herhalten musste. Die südlichen Anbauten sind Gänge, eine Felsenhöhle, ein Brunnen und weitere Kammern. Der Hauptteil ist zweigeteilt. Die innere Kammer war mit Steinen angefüllt und zugemauert worden.
Bei den Ausräumarbeiten, entdeckte man einen verbrannten Boden und einen konischen Stein, was auf kultische Riten hindeutet. Auch die äußere Kammer hatte einen verbrannten Boden und zudem fanden sich hier menschliche Schädelreste. Zuletzt wurde sie wohl um 1200 v. Chr. benutzt. Neben der Trennungsmauer befindet sich der Zugang zu einer unterirdischen Nebenkammer.
Barcajolo Fluß, Steinbruch & Olivenbaum
Hier führt ein Pfad in die Ebene des Barcajolo Flusses hinab und weiter nördlich zu einem 1000 Jahre alten Olivenbaum, der an heißen Tagen einen willkommenen Schatten spendet.
Auch befindet man sich hier in Gesellschaft der ersten fünf gefundenen Menhirstatuen, die willkürlich wieder aufgestellt wurden. Es sind dies hier von links nach rechts Filitosa III, IV, I, Tappa I und Filitosa II.
Hinter dem Olivenbaum auf einem kleinen Hügel befindet sich der Steinbruch, der das Rohmaterial zur Herstellung der Menhirstatuen geliefert hat.
Die Historische Bedeutung der Menhire für Korsika
Die korsische Megalithkultur begann ca. 3000 v. Chr., ihre Menhire sind zwischen 2 und 3 m groß mit ovalen Gesichtern, deren Nasen und wulstigen Augenbrauen plastisch herausgearbeitet wurden, während Augen und Mund eingetieft wurden. Um 2000 v. Chr. wurden sie individueller, unten schmaler, oben breiter, vorne flach und hinten abgerundet. Köpfe bildeten sich ab 1500 v. Chr. heraus mit Kinn- und Nasenpartien. Ab 1200 v. Chr. tragen sie Waffen.
Es sind 84 Menhirstatuen auf Korsika bekannt, davon stehen über 20 allein in Filitosa, die in ihrer Frühzeit wohl eine große Grabanlage war. All ihre Statuen wurden zwischen 1200 und 1000 v. Chr. zerschlagen und nur noch Bruchteile wurden wieder aufgerichtet. Nach Roger Grosjean, dem Ausgrabungsleiter von 1954 und den folgenden Jahren, kam es Mitte des 2. Jt. v. Chr. zu einem kriegerischen Einfall in Süden Korsikas. Die Eindringlinge überrannten die Einheimischen, eroberten ihre Megalithanlagen und bauten diese zu Kastellen mit Wehrtürmen aus.
Diese wurden Torreaner genannt, da der erste dieser Türme bei einem Gehöft namens Torre gefunden wurde. Grosjean meinte in ihnen die „Schardanen“ wieder zu erkennen, die auf einem Relief im ägyptischen Medinet Habu (1190 v. Chr.) dargestellt sind mit gehörnten Helmen, Langschwertern und Rückenpanzern (s. Filitosa V). Man bildete die Feinde zunächst in Stein ab und zerstörte sie hernach rituell um ihre Kraft zu brechen.
Sie könnten aber auch nur die wehrhaften Bewohner des weitaus fruchtbareren Süden Korsikas darstellen bzw. deren Verstorbene, die in Stein verewigt wurden.
















